Netzwerk "Pro Düsseldorfer Hauptschulen"
am 16.09.2009 in der Hauptschule Bernburger Straße besiegelt
Jeder Hauptschüler soll eine Berufsausbildung erhalten. Das Netzwerk kümmert sich um jeden Hauptschüler
Auf Initiative der Landeshauptstadt Düsseldorf und der Agentur für Arbeit Düsseldorf wurde am 16. September die Gründung des Netzwerks "Pro Düsseldorfer Hauptschulen" besiegelt: In einer gemeinsamen Erklärung verpflichten sich die Netzwerkpartner, den Übergang von der Schule in Ausbildung, Qualifizierung oder Beschäftigung einer jeden Hauptschülerin beziehungsweise eines jeden Hauptschülers in Düsseldorf gemeinsam und nach Kräften zu begleiten und zu fördern.
"Wir kümmern uns um jeden Hauptschüler", erklärte Schul- und Sozialdezernent Burkhard Hintzsche gemeinsam mit dem Leiter der Agentur für Arbeit, Peter Jäger. Mit allen Hauptschülerinnen und -schülern werden so genannten Entwicklungsplan-Gespräche geführt, in denen die Stärken und Entwicklungsmöglichkeiten individuell aufgegriffen und konkrete Ziele schriftlich vereinbart werden. Diese werden anschließend im weiteren Beratungsprozess aktiv verfolgt.
Das Netzwerk, in dem sich die Landeshauptstadt Düsseldorf, die Agentur für Arbeit, die Düsseldorfer Hauptschulen, die Bezirksregierung als Schulaufsichtsbehörde, die Unternehmerschaft Düsseldorf und Umgebung e.V. und die Stiftung Pro Ausbildung, die Industrie- und Handelskammer, die Handwerkskammer und die ARGE Düsseldorf zusammengeschlossen haben, verfolgt das Ziel, die Chancen von Schülerinnen und Schülern an Düsseldorfer Hauptschulen in Hinblick auf den Eintritt in ein Ausbildungsverhältnis oder in eine Qualifizierungsmaßnahme nach Schulabschluss weiter zu erhöhen.
Kernelement des Programms ist die individuelle Entwicklungsplanung für jede Hauptschülerin beziehungsweise jeden Hauptschüler in Düsseldorf. Diese wird von allen an der Berufsorientierung beteiligten Personen vor Ort gemeinsam erstellt und nachgehalten. Der Planungszeitraum umfasst die Schuljahre 9 und 10 und soll zudem in das Jahr nach der Schulentlassung hineinwirken, um die Situation nach dem Schulabschluss weiterhin positiv zu beeinflussen.
Durch die individuelle Entwicklungsplanung sollen das Selbstbewusstsein und die Lernmotivation der Schülerinnen und Schüler erhöht, die Selbsteinschätzung bezüglich der eigenen Stärken und Schwächen verbessert und Kern- beziehungsweise Schlüsselkompetenzen erweitert werden. Hierdurch soll eine realistische Berufswahlentscheidung und Berufswegplanung ermöglicht werden.
Um den Prozess der Entwicklungsplanung möglichst verbindlich zu gestalten, wurde im Rahmen der Netzwerkgründung eine Vereinbarung entwickelt, die von Schülerin beziehungsweise Schüler, Erziehungsberechtigten, Schule und Netzwerkpartnern per Unterschrift besiegelt wird. Dabei verpflichten sich insbesondere die Schülerinnen und Schüler - wenn möglich auch unter Mitwirkung ihrer Erziehungsberechtigten - zur verlässlichen und aktiven Teilnahme.
Um die Effizienz der Entwicklungsplanung zu steigern, soll ein gemeinsames Dokumentensystem innerhalb der jeweiligen Schule eingeführt werden. Darin halten alle in den Schulen am Berufsorientierungsprozess Beteiligten ihre jeweiligen Beratungs- und Vermittlungsvereinbarungen mit den einzelnen Schülerinnen und Schülern sowie die hieraufhin erzielten Ergebnisse fest. Hierdurch wird eine ganzheitlich abgestimmte Linie bei der Beratung und Begleitung der einzelner Schülerinnen und Schüler möglich.
Die Individuelle Entwicklungsplanung ist bereits zum Schuljahresbeginn 2009/10 in allen neunten Klassen der vierzehn Düsseldorfer Hauptschulen gestartet. Alle Schulen sind dazu bereits vor den Sommerferien durch ein spezielles Workshopangebot zur Planung und Umsetzung vorbereitet worden. Die Schulen können nun innerhalb eines abgestimmten Gesamtrahmens die Durchführung der Entwicklungsplanung individuell gestalten. Dabei sind mindestens zwei Entwicklungsplangespräche pro Schuljahr und Schüler verpflichtend.
Die Workshops zur Vorbereitung der Schulen wurden über die Netzwerkpartner konzipiert und organisiert. Im Laufe des Schuljahres werden weitere Angebote folgen, so sollen im nächsten Workshopmodul beispielsweise die zur individuellen Beratung benötigten und eingesetzten Gesprächstechniken verfeinert werden. Die Teilnahme an den Workshopangeboten ist für die Lehrerinnen und Lehrer sowie für die Personengruppen aus dem Bereich Berufsberatung, Berufseinstiegsbegleitung und Schulsozialarbeit freiwillig und kostenlos. Das Interesse daran ist seitens der Schulen hoch, die bisherigen Workshops und auch die aktuell bevorstehenden waren in kurzer Zeit vollständig besetzt.
 
Online - Stand: 17.09.09